Online-Ringvorlesung Sommersemester 2012: Altern – jeder für sich oder alle gemeinsam?

29Okt/10

Pro und Contra Stuttgart 21

Ist Stuttgart 21 Ausdruck "städtebaulicher Modernität" oder ein "Symbol für eine gescheiterte Bahnpolitik"? Ist Stuttgart 21 verkehrspolitisch und städtebaulich sinnvoll? Warum wurden in München und Frankfurt/Main vergleichbare Großprojekte nicht realisiert? Welche Pro- und Contra-Argumente stimmen? Welches Konzept (Stuttgart 21 oder Kopfbahnhof 21) ist jetzt das richtige?

Kommentare
  1. Haben bei Stuttgart 21 die Stadtplaner einfach nur versagt und nicht wie in München oder in Frankfurt/Main die Reißleine gezogen, wo auch derartige Bahnhofsgroßprojekte geplant waren oder gibt es doch gute Gründe für eine verkehrspolitische und städtebauliche Sonderstellung Stuttgarts?

      

    • Endlich werden die Buerger wach. Es gibt in diesem Herbst noch mehr Themen, um endlich auf die Strasse zu gehen und den Politikern in Berlin mal zu zeigen, wer eigentlich wirklich Herr im Haus ist. Ich finde es erschreckend, zu sehen, wie auch im Kleinen einfach ueber die Koepfe der Leute hinweg entschieden wird.

      Stuttgart ist nur ein Beispiel von vielen, dass das Fass als erstes zum Ueberlaufen gebracht hat.

      Wach werden! Ueberlegen, wie im Hintergrund gearbeitet werden kann, damit noch mehr Leute auf die Strasse gehen.

      Es ist schon fast 5 nach 12. Also, fangen wir an.

        

    • Das gesamte parlamentarische Verfahren hat stattgefunden, Gerichte haben Einwände abgelehnt. Warum also demonstrieren die Stuttgarter gegen Stuttgart 21? Die Süddeutsche Zeitung hat in einem Kommntar einen wichtigen Aspekt genannt: Das Verfahren dauerte einfach zu lange.
      „Als 1994 das Projekt Stuttgart 21 öffentlich vorgestellt wurde, ging ein Teil der Demonstranten von heute gerade in die Grundschule; die Raumordnungsverfahren und Projektbeschlüsse zu Stuttgart 21 lagen nicht in ihrer Schultüte.“
      Und die Senioren? Natürlich dürfen auch sie gegen ein längst beschlossenes Großprojekt demonstrieren, natürlich dürfen auf diese Weise an die Politik Gesichtspunkte herangetragen werden, die vor einem Jahrzehnt womöglich noch gar nicht bekannt waren, schreibt der Kommentator. „Es gibt die Rechtsfigur des Wegfalls der Geschäftsgrundlage. Wenn die Geschäftsgrundlage für einen Vertrag wegfällt, dann muss der Vertrag angepasst werden. Bei Großprojekten ist es nicht anders.“

      Und die FAZ meint zu der Ablehnung einer Volksbefragung durch die Politiker: Bundeskanzlerin Merkel habee die Landtagswahl zum Gradmesser der Zustimmung oder Ablehnung des Vorhabens erhoben. „Wenn die Landtagswahl ein legitimes Forum ist, dann ist einer Volksbefragung im selben Rahmen die Legitimation nicht abzustreiten.”

      Diese Kommentare aus zwei führenden Zeitungen unseres Landes sind bedenkenswert.

        

    • Zum Beitrag Horst Westphal:

      welche Konsequenzen können wir aus den Kommentaren der beiden Zeitungen ziehen – wie geht es weiter?

        

    • Zum Beitrag von Friederike Jordan.
      Das Projekt Stuttgart ist mir in manchen Dingen zu unübersichtlich. Ich glaube das dass von der Politik auch so gewollt ist. Endlich gehen die Leute auf die Straße.

        

    • @Horst Westphal: Ich bin ja im Grundsatz für Volksabstimmungen. Halte diese in Deutschland allerdings nicht für zielführend. Wir werden da leider oft mit der Schweiz verglichen. Jedoch sind diese 1. viel kleiner und haben 2. eine teilweise andere Mentalität. Habe oft das Gefühl, dass gerade die Deutschen viel zu anfällig für Populismus und oft wenig sachlich sind (anders kann ich mir auch nicht erklären, dass eine Grünen Partei mit Claudia Roth und Jürgen Trittin an der Spitze, die wenig Inhalt bieten und immer nur die empörten in die Kamera spielen, so hoch ist. Da sind mehr Emotionen im Spiel als Sachlichkeit). Hierzu empfehle ich den Film “Unter Linken” von Jan Fleischhauer. Ist wirklich toll gemacht und entlarvt hier auch den einen oder anderen Politiker. Eins steht für mich in der ganzen Frage fest: Einen Gotthardtunnel hätte es bei uns nie gegeben!

        

    • Eine Volksabstimmung wäre in diese Fall schon lange nicht mehr möglich, da nicht neutral und sachlich Pro und Kontra abgewägt wird, weil die Fronten der Befürworter und Gegner bereits zu verhärtet sind. Interessant ist bei der Debatte allerdings besonders der plötzliche Höhenflug der Grünen bei der Sonntagsfrage. Diese Partei scheint in vielen Fällen “auf den Zug aufzuspringen”, indem sie die Meinung der (vermeintlich) breiten Bevölkerungsmasse aufnehmen und dann vertreten, ein richtiges Parteiprogramm ist hier nicht ersichtlich, weshalb die Grünen niemals zu einer echten Volkspartei aufsteigen werden, da sie wirklich wichtige Fragen nicht diskutieren und dazu auch keine klare Meinung haben.
      Fragwürdig ist deren Verhalten insbesondere, bedenkt man, dass niemals ein Antrag zur Einstellung des Bahnprojekts während ihrer Regierungszeit von 1998 bis 2005 gestellt haben; im Gegenteil: Die Grünen waren sogar an der Entscheidungsfindung pro Stuttgart 21 beteiligt. Somit ist es eigentlich auch nur peinlich, wenn auf einmal Geschichten über bedrohte Tierarten (wie z.B.: der Jutenkäfer) aufkommen, die das Großprojekt stoppen sollen. (Im Übrigen ist dies eine häufig angewandte Taktik der Grünen; so wurde auch der Bau der Autobahn von Strelasund nach Rügen um zwei Jahre verzögert aufgrund von Umweltklagen, dass durch die Spannseile der Brückenpfeiler den Vogelzug gefährden würden. Erst ein teueres Gutachten wies nach, dass diese Wahrscheinlichkeit bei 0,01 bis 0.05 Prozent lag.)
      Sind die Stuttgarter also nicht einfach nur “Moderniesierungs-feindlich”? Ein unterirdischer Bahnhof sollte kein derart großes Problem bedeuten, man stelle sich schließlich allein London oder gar Paris ohne die U-Bahn vor!

        

  2. Prof. Monheim hat darauf hingewiesen, dass der Ulmer Bürgermeister Gönner ein entschiedener Befürworter von S 21 sei. Meines Wissens ist für diesen das wichtigste Argument, dass er eine Anbindung Ulms an den Stuttgarter Flughafen möchte. Darin folgen ihm auch viele Leute aus der Region. Dies ist m. E. durchaus legitim bzw. berechtigt. Allerdings rechtfertigt dieses Anliegen aus meiner Sicht noch kein Junktim zwischen der Trasse und dem Bahnhofsprojekt, wie es ja auch von Herrn Gönner postuliert wird, oder kennt jemand den Grund für diese Junktim?

      

  3. Die wenigen Beiträge zu dieser Frage zeigen deutlich, wie kontrovers und vielschichtig Stuttgart 21 diskutiert wird. Der Bogen der Argumente ist sehr weit gespannt und wie immer kann nur ein Kompromiß – für den es bislang keine Anzeichen gibt – die beiden Lager der Befürworter u. Gegner zur Annäherung und gegenseitigen Akzeptanz bringen. Dies will und muß die Schlichtung versuchen zu bewerkstelligen. Aber dies wird eine Herkulesaufgabe für alle Beteiligten werden.

      

  4. Die Lage in Stuttgart ist nach meiner Ansicht deshalb überbordet, weil Stuttgart 21 ein geballtes Projekt ist, das aus großen und vielen kleinen Unterprojekten zusammengesetzt ist. Das ist vermutlich das Problem, dass bei den Bürgern ein Verwirrspiel angekommt.

      

  5. Ganz klar Ausdruck “städtebaulicher Modernität”. Das geradezu riesige freiwerdende Areal an Beton- und Gleisflächen bietet eine unglaubliche Chance für eine Stadt wie Stuttgart, die – bedingt durch die Kessellage – ohnehin kaum Entwicklungsmöglichkeiten “nach innen” hat. Daher hinkt der Vergleich mit München und Frankfurt auch ein wenig. Die Kessellage birgt viele Probleme, die sich z.B. sogar in einer Stockwerksobergrenze für Gebäude (um die Luftzirkulation im Kessel zu erhalten) manifestiert. Dass hier schon im Vorfeld ein großer Teil des freiwerdenden Geländes für eine Erweiterung des Rosensteinparks reserviert wurde ist hier wirklich ein Meilenstein und Stuttgart könnte endlich mal zu einer lebenswerten Stadt werden, statt streckenweise wie eine Industriebrache zu wirken.

    @R.-P. König:
    Die Verknüpfung von Trasse und Bahnhof liegt darin, dass man für die Schnellbaustrecke zusätzliche Gleise (Man geht von mindestens einem Doppelstrang aus) durch die Fildern und Cannstadt legen müsste (teilweise sogar durchs Esslinger Stadtgebiet). Und die würden sich sicher freuen. Besonders, da diese teilweise noch erhöht (analog einer Hochbahn) verlegt werden müssten. Bin mir sicher die Esslinger und Anwohner in Bad Cannstatt wären über 5m hohe Lärmschutzwände vor Ihrer Haustür glücklich! Im übrigen geht auch das K21 Konzept von genau diesem Fall aus (wurde zwischenzeitlich mal weggestrichen, da es wohl bei den Leuten schlecht ankam, obwohl mans definitiv bräuchte – Wahlkampftaktik halt).
    Und da die Gleise aus Richtung Mannheim ebenfalls besser herangeführt werden müssten hat man sich für die Drehung des Bahnhofs und eine Tieferlegung entschieden. Man sieht m Berliner Hbf, dass das auch durchaus sinnvoll sein kann!

      

    • Wenn ich das richtig sehe, ist es genau das, was die Stuttgarter Bürger auf die Barrikaden treibt: Sie wollen die “Modernität” nicht. Sie halten “bewahrend” an ihrem geliebten Schloßgarten mit den uralten Bäumen und an dem Baudenkmal “Bahnof” fest. Was Neues kann nur schlechter werden. Und ich bin ziemlich sicher, dass das vor allem ältere Bürger so sehen, die sich weniger mit der Zukunft auseinander setzen und denen es ziemlich egal ist, ob man eine halbe Stunde schneller in Ulm oder München ist (denn sie fahren eh mit dem Auto). Damit läßt sich zwar das Phänomen erklären, dass die Demonstrierenden nicht dem bisherigen Klischee von schwar gewandeten Maskierten entsprechen.
      Trotzdem bleiben erhebliche Zweifel, ob die Chance für die Stadt Stuttgart auch tatsächlich für die Bevölkerung sinnvoll genutzt wird. Bei den Grundstückspreisen, die für die neu frei werdenden Flächen bezahlt werden, ist an sozialen Wohnungsbau leider nicht zu denken. Investoren werden ihre Gelder wieder haben wollen und deswegen wird es zu einer Art Luxusbebauung kommen, die hauptsächlich Bürohochhäuser ausmachen werden. Zumindest war das mal so in Entwürfen zu sehen. Hier könnte tatsächlich durch den breiten Protest und die darauf folgende Diskussion eine Korrektur von seiten der Stadtplanung erfolgen, um “Frieden herzustellen”. Wenn das auch auf Kosten der Stuttgarter Stuerzahler geht, wenn die Stadt die Grundstücke billiger hergeben muss als sie sie gekauft hat. so schadet das der relativ reichen Stadt hoffentlich nicht.
      Aber dazu muss S21 erst einmal gebaut werden – und das steht mindestens bis zur Landtagswahl noch in den Sternen….

      @R-P König und @Mario Wied:
      Natürlich kann die Alternative zur Neubaustrecke über Wendlingen nach Ulm nur lauten: bestehende Strecke reformieren und aufrüsten. Und natürlich ist es im Prinzip sinnvoll, eine laute Bahnstrecke entlang der Autobahn verlaufen zu lassen und nicht durch dicht bewohntes Gebiet. Aber was, wenn S21 am nicht statt findenden Bahnhofsbau scheitert? Denn der neue Bahnhof und die Strecke zum Flughafen bietet für ein vielfaches der Kosten, die die eigentliche Neubaustrecke kostet, keine Kapazitätsverbesserung im Vergleich zum bisherigen Bahnhof, ist also eigentlich nicht zukunftsfähig.
      Wenn es bei dem Projekt darum gehen soll, eine Verringerung der Fahrtzeit zwischen Stuttgart und Ulm (bzw. München) zu erreichen, dann läßt sich das mit Einsatz von wesentilch weniger Geld auch über die bisherige Strecke erreichen. Nicht so elegant, wie bei der Neubaustrecke, aber erheblich billiger, weil von einem großen Teil funktionierenden Istbestand ausgegangen werden kann. Und selbst wenn es das gleiche Geld kosten würde, die alte Strecke zu modernisieren, wie es die Neubaustrecke tun würde, bliebe immer noch ein Batzen von etwa 5000 Millionen Euro übrig, die nicht für den neuen Bahnhof verbuddelt würden, und mit denen man sinnvolleres anfangen könnte. Denn leider stimmt es, dass das Geld, das man hat, nur einmal ausgegeben werden kann. Und im neuen Bahnhof ist es aus Bahnsicht schlechter aufgehoben als in der Ertüchtigung des alten.
      Das betrifft nicht die Stuttgarter Stadtentwicklung. Dazu habe ich ja einen eigenen Kommentrar geschrieben.

      So gesehen müssen die Ulmer schon vorsichtig sein, dass sie nicht auf Gedeih und Verderb auf das Pferd S21 setzen und damit viel eher Gefahr zu laufen, “abgehängt” zu werden, als bei K 21. Denn wenn der neue Bahnhof nicht gebaut werden sollte, gibt es keine Neubaustrecke und dann wird plötzlich alles nach K21 verlangen, um 20 Minuten schneller in der Landeshauptstadt zu sein.

        

  6. Entweder habe ich den Vortrag komplett falsch verstanden oder er ist einfach katastrophal schlecht.
    Es fängt an mit der Verherrlichung der Bahn zu Anfang des 20. Jahunderts. Es wird von Kathedralen des Fortschritts gesprochen, von bombastischen Bahnhöfen, die aus Representationsgründen wichtig waren. Da frage ich mich, ob das damals keine Großprojekte waren, die von obenherab ohne Zustimmung des Volkes gebaut wurden um sich Denkmäler zu setzten?
    Warum die Bahn damals so erfolgreich war, liegt wohl nicht daran, dass sie sich um alle Märkte gekümmert hat, sondern wohl eher daran dass es keine Konkurrenz gab. Und da liegt auch genau der Grund, warum sich das ab den 50ern verändert hat. Denn nun hat die Bahn zum ersten mal vom Käfer Konkurrenz bekommen. Nun zu behaupten es wäre grotesk, dass der Markt wächst und die Bahn schrumpft, ist wie zu behaupten es wäre grotesk, dass der Fernsehmarkt wächst, aber keiner mehr Röhrenmonitore kauft. Auf den DDR-Vergleich habe ich ja nur gewartet. Einzige Grund hierfür ist wieder keine Konkurrenz, da keine vernünftigen Autos in der DDR verfügbar waren.
    Dann das Bild mit den Autos und der Spruch so sehen unsere Städte heute aus. Wollen sie uns mit einem offensichtlich uralten Bild für dumm verkaufen?
    Jetzt kommt meine absolute Lieblingsstelle. Wieder ein uraltes Bild und der Vergleich mit dem Berliner Hauptbahnhof. “Nichts transparent, kein Fenster kein gar nichts”. Ich komme aus einem 3000 Seelendorf eine halbe Stunde von Stuttgart entfernt, das genau diesen transparenten Bahnhof aus Glas hat und auch sonst bin ich mit den Bahnhöfen im Großraum Stuttgart sehr zufrieden.
    Mit was ich aber nicht zufrieden bin, ist, dass die Bahn keine Konkurrenz zum Auto darstellen kann, wenn es darum geht zur Messe, zum Flughafen oder in Städte zu kommen, die auf der anderen Seite von Stuttgart liegen. Es gibt fast niemand der aus meiner Gegend, der dorthin mit der Bahn fährt. Selbst Cem Özdemir fliegt vom Flughafen lieber mit dem Hubschrauber in die Innenstadt.
    Nun verbleibt für mich der einzige Kritikpunkt, welchen die Kosten darstellen.
    Dazu sage ich nur die Stuttgarter und wir Baden-Württemberger haben es uns einfach verdient. Wenn wir sparen wollen, sparen wir doch am Länderfinanzausgleich. Reinland-Pfalz bezieht seit Anfang an Mittel und die Bahnhöfe sind laut ihrer Aussage trotzdem eine Katastrophe, also können wir uns dieses Geld auch sparen. Mit diesem gesparten Geld könnten wir S21 auch nach ihren Kostenschätzungen locker finanzieren ;) .

      

    • Schade, dass hier so oberflächlich diskutiert wird. So viele Klischees, so viele Boulevard-Überschriften. (Vom Sprachlichen mal ganz zu schweigen!)

      Nein, man kann die Situation nicht mit den ersten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts vergleichen. Aber dass die Bahn die Zeichen der Zeit verschlafen hat, muß man leider konstatieren. Die mit dem ICE vergleichbaren Züge in Frankreich und Japan sind ein beredtes Beispiel.

      Bahnhöfe, ja richtig, sind Kathedralen des 20.Jahrhunderts, eben auch der von Berlin, und gehören im 21. darum unter die Erde – die Frage ist nur zu welchem Preis. Und der wird z.B. in Stuttgart auch durch die Geologie bestimmt. Hat jemand hiervon Ahnung und sich mal Gedanken gemacht? Der Preis ist dann vielleicht schlichtweg zu hoch und für unsere Zeiten nicht mehr angemessen. (Man könnte Stuttgart ja auch verlegen, raus aus dem Talkessel, neben Flughafen und Messe, können wir uns doch leisten.;-)) Und ist eine Viertelstunde Zeitgewinn wirklich das Maß für diese Entscheidung?

      Die Neubaustrecke nach Ulm wird von Güterzügen nicht genutzt werden (nachzulesen in der Stuttgarter Zeitung). Das Frachtaufkommen auf der Rheinschiene ist weitaus größer und wichtiger, bräuchte allerdings dringend Geld, was hier bei S21 vergeudet wird. Ulm und Stuttgart werden für den Güterverkehr auch immer weniger genutzt, der Verkehr läuft über Würzburg – der Albaufstieg ist und bleibt steil, übrigens auch für die Neubaustrecke. Leider ist unsere Erde nun mal so, auch hier in Baden-Württemberg, da hilft auch kein Reichtum, zum Glück.

      Übrigens ist die S-Bahn-Verbindung zum Flughafen einfacher und billiger zu haben, dafür braucht man weder den Durchgangsbahnhof, noch die Neubaustrecke. Aber unser aller Bequemlichkeit sollte man mal überdenken – ist doch so einfach vor der Abflughalle aus dem Auto zu steigen, stimmts? Trotz der “transparenten” Dorf-Bahnhöfe rund um Stuttgart …
      Das Thema Hubschrauberflug von Özdemir ist hier wohl mehr als fehl am Platz, sachlich ist das nicht, eher Boulevard-Journalismus? Oder Wahlkampf? Vielleicht mal informieren?

      Es geht nicht darum sich etwas leisten zu können – schon gemerkt? Es geht um Politik, so ganz nebenbei bemerkt, und zwar schon lange, auch bei der Bahn, sprich Verkehrspolitik. Leider schon seit Jahrzehnten der Autolobby zum Opfer gefallen.

        

  7. Nach dem Schlichterspruch
    Und nun? Was ist nun das Ergebnis aus der Schlichtung? Alles wie gehabt – Stuttgart 21 wird gebaut? Zusätzliche Vorgaben kosten zwar Geld, aber letztlich wird doch alles irgendwie bezahlt werden? Oder ist das Projekt nun doch so unmöglich geworden wegen der zusätzlichen Planungen, Änderungen und Kosten, dass man dann letztlich davon abläßt?
    Was halten Sie vom Schlichterspruch, was wird er uns bringen? Lernt die Politik daraus, wie sie vorgibt? Werden die Bürger nun beteiligt und wie könnte das aussehen?

      

    • Ich hoffe das die Bürger in Zukunft bei großen Entscheidungen mitreden werden und können. Der Schlichterspruch hat nicht viel gebracht. Aber die Bürger haben doch einiges über den Bau erfahren was ihnen vorher verschwiegen wurde.
      Natürlich kann der Bau nicht gestoppt werden. Das kann auch der Schiedsrichter nicht erreichen.

        

  8. Mich hat der Schlichterspruch enttäuscht. Er berücksichtigt nur den engen Stuttgarter Raum, geht jedoch nicht auf die Auswirkungen auf die gesamte Bundesrepublik ein. Alle sprechen von einer weiteren Zunahme der Warenströme. Die werden die Straßen überfordern. Besonders dann, wenn die Wirtschaft die riesigen Gigaliner einführt.Eigentlich müsste daher das Schienennetz dringend ausgebaut werden. Doch das ganze Geld soll in den Stuttgarter Tiefbahnhof und die überflüssige Hochgeschwindigkeitsstrecke fließen, die den Personenverkehr um wenige Minuten verkürzt..

      


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