Online-Ringvorlesung Wintersemester 2010/2011: Unsere Städte – gestern, heute, morgen

25Feb/11

Entwicklung der “Alten Stadt”: Freiburg

Gemeinsam mit Senioren/-innen aus Freiburg diskutieren wir Thesen von Schüler/-innen des Hans und Sophie Scholl-Gymnasium Ulm die Entwicklung der "Alten Stadt" am Beispiel von Freiburg im Breisgau. Hier die Themen die zur Diskussion stehen ...

Kommentare
  1. Kommerzialisierung in der Alten Stadt
    Ein Problem in Freiburg ist die zunehmende Kommerzialisierung von größeren öffentlichen Plätzen. Dabei werden die Plätze zum Beispiel durch einige Cafés und deren Außenplätze „eingenommen“ und stehen für die Öffentlichkeit und als kultureller Ort nur noch bedingt zu Verfügung.

    • Auch hier sind m.E. Beispiele aufgezeigt worden die nicht gravierend sind. Sitzplätze , rund um den Münsterplatz, das möchte ich an einem schönen Sommerabend NICHT missen. Um den Rathausplatz hat sich etwas eingebürgert, was ich auch nicht gut finde, es sind wahrlich einige Liegestühle aufgestellt worden, das sollte nicht sein. Aber auch dort ein Eis zu schlecken unter dem Kastanienbaum, das gehört im Sommer dazu. Im sog. Bermudadreieck hat sich eine eigene Szene entwickelt ,dort sind sowieso nur Studenten, dort lässt sich in unserem Alter niemand blicken ! Also für uns nicht relevant.

    • Der Kommerz begründet letztlich unseren Wohlstand. Das heißt aber nicht unbedingt, dass er zum Maßstab für alles Tun werden darf. Er findet dort seine Grenzen, wo öffentliches Interesse berührt wird. Hier muß dann ein für alle Seiten zufriedenstellender Kompromiss gefunden werden. Der Beitrag von Marlit zeigt doch, daß es viele Meinungen zu ein und dem selben Thema geben wird. Das ist gut so und was sich dann durchsetzt, wird jedenfalls einer Mehrheit gerecht. Wir sollten nicht immer eine absolute Auffassung – wir glauben, nur die eigene Meinung ist die Richtige – vertreten; sondern Pluralität zulassen.

    • Straßencafés in Fußgängerzonen, besonders dort, wo größere öffentliche Plätze die räumliche Möglichkeit bieten, gehören heute zum Straßenbild von Touristenstädten.
      Deshalb kann m. E. eine solche Nutzung akzeptiert werden, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
      1. Konzession (mit Möglichkeit der Rücknahme) durch die kommunale Behörde
      2. Zahlung einer angemessenen Nutzungsgebühr durch die Betreiber
      3. Genaue zeitliche und räumliche Beschränkung der Nutzung
      4. Sauberhaltung (Reinigungspflicht) der genutzten Fläche durch die Konzessionsinhaber
      5. Evtl. auch Rauchverbot für die Gäste.

    • Ich finde in ein Starßenbild gehört heute neben Kneipen und Cafes immer auch ein öffentlicher Platz, wo man sich frei bewegen kann, ohne gleich was zu konsumieren. In Ulm gibt es z.B. auf dem Münsterplatz Stühle, die jeder nutzen kann und in Freiburg kann man sich an die Wassergräblein setzen und im Sommer die Füße baden. Sowas muss möglich bleiben!

  2. Neue Gebäude in der Alten Stadt
    Außerdem kritisierte der Referent die immer moderner werdenden Neubauten, welche zum einen die Sicht auf die historischen Gebäude, wie zum Beispiel das Freiburger Münster, versperren und zum anderen optisch nicht in das Schema der Altstadt passen. Dabei wurde früher darauf geachtet, dass neue Häuser nicht sehr herausragten und dadurch auch das Münster im Mittelpunkt der Stadt blieb.

    • auf den Vortrag zurückzukommen. Es wurde hier das Beispiel des Landgerichtes von Herrn Dipl.Ing. Bert angesprochen und auch im Bild gezeigt. Was er allerdings nicht gezeigt hat, war die vordere Fassade. zur Salzstrasse hin. Zur damaligen Zeit wurde das komplette Haus entkernt, die alte Fassade gelassen und hinten ein Neubau erstellt. Dieses empfinde ich nicht störend, und durchaus akzeptabel.

    • Dass in unserer modernen Welt auch die moderne Architektur ihre Berechtigung hat lässt sich sicher nicht bestreiten. Manchmal scheint es sogar nötig zu sein, mit neuen Materialien und Formen zu experimentieren (z. B. Passivhaus).
      Ob eine moderne Architektur in unmittelbarer Nachbarschaft von alten, historischen Bauwerken ihren Platz finden darf oder soll, darüber gehen die Meinungen der Architekturkritiker, sowohl bei den unbedarften Betrachtern, wie auch in Fachkreisen weit auseinander.
      Die einen, meist Angehörige der älteren Generation, wollen vor allem in älteren Orten oder Ortsteilen keine modernen Bauten neben den alten dulden; sie lieben die Einheitlichkeit und Harmonie.
      Die anderen, Anhänger der jüngeren Avantgarde, behaupten, im unmittelbaren Nebeneinander des Alten und des Neuen liege der besondere Reiz, und gerade der Kontrast zeige besonders anschaulich den Charakter von Beiden.
      Ich selbst empfinde einen hypermodernen Bau neben einem historischen Bauwerk wie die berühmte Faust auf dem Auge.

    • In Ulm haben wir ein tolles Beispiel dafür, dass Alt und Jung (als Bauwerk!) gut miteinander harmonieren, der Kontrast zwischen Stadthaus und Münster, das Nebeneinander von Ulmer Mitte, historisches Rathaus und Glaspyramide (neue Bibliothek) sind gelungene Beispiele. Doch es gibt auch Gegenbeispiele: das in den 60′er Jahren hochgelobte “neue” Universumhochhaus oder die Gestaltung des Ulmer Münsterplatz mit “alten” Giebelhäusern.

  3. Ökologie- und Energieprojekte in der Alten Stadt
    Ein geplantes Windkraftpark am Freiburger Schlossberg gefährdet zudem die Erholungsgebiete am Rande Freiburgs. Eine Alternative wird in Solarplatten auf Häusern gesehen.

    • über diesen Punkt der Windkrafträder kann ich mich wirklich aufregen. So was potthässliches was die Umwelt verschandelt. Das sollte verboten werden. Warst Du schon einmal in dem neuen Stadtteil VAUBAN ? mit dem Sonnenschiff , und den O-Energiehäusern? Ob das bei aller Umweltverträglichkeit und Schonung der Umwelt die Zukunft eines Hauses ist möchte ich bezweifeln. Wasserkraft hätten wir in unserer Gegend auch noch ! Solar auf dem Dach ist eine grosse finanz. Belastung, die Förderung fällt ja auch weg.

    • In einer Zeit, in der die fossilen Energieträger knapp werden und zudem viel CO2 produzieren, muss m. E. grundsätzlich jede Möglichkeit der rentablen Erzeugung erneuerbarer Energien in Betracht gezogen werden, sowohl die Nutzung der Sonnenenergie als auch die der Wasser- und Windenergie.
      Bei der Planung von “Windkraftparks” sollten gewisse Bedingungen berücksichtigt werden, ohne die verschiedenen Möglichkeiten gegeneinander auszuspielen.
      Die Standorte für Windräder sollten
      1. ausreichenden Wind für eine rentable Energiegewinnung bieten und
      2. die Belange der Bevölkerung in Naherholungsgebieten berücksichtigen.
      Was die Verschandelung der Natur betrifft, meine ich, das die Gittermasten der Überlandleitungen (worüber sich kein Mensch aufregt) viel hässlicher sind als Windräder.


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